KARAGOUNA:

Tanz der Karagounes (od. Karagounides) aus der thessalischen Ebene; von den Karagounes selber genannt: "Svarniara" (Der "Eggende"; weil die Schritte flach "wie eine Egge" sind.

Der Schrittablauf ist auffallend einfach, der Gesamteindruck  sehr gemessen und ruhig.  

Von vielen "Nicht-Karagounes" - Tanzgruppen werden allerdings Versionen angeboten, die das Original bis zur Unkenntlichkeit veraendern. Es werde Figuren, die authentischerweise nur von der Vortaenzerin improvisiert werden, von allen gemeinsam ausgefuehrt, kleine Spruenge eingebaut und als Refrain ein Kalamatianos eingesetzt.

Bei persoenlichen Kontakten mit Karagounes erfaehrt man dann, dass sie sich vor Lachen waelzen, wenn diese Choreographien im Fernsehen gezeigt werden. (Ein Musiker woertlich: "Wir rollen ueber den Boden vor Lachen"). Die Originaltracht wiegt bis zu 40 (!) kilo und macht deshalb die kleinen Spruenge nahezu unmoeglich und die Karagounes kaemen nie auf die Idee den "Svarniara" durch einen "Kalamatianos" zu unterbrechen.

Entstanden ist dieser Unfug, als Tanzgruppen aus Athen in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts Trachten der Karagounes kaufen konnten. Da diese Trachten  besonders praechtig sind, wurde irrtuemlich angenommen, dass die Taenze ebenso praechtig sein muessten; leider ist das Gegenteil der Fall.

Die Karagounes tanzen traditionellerweise nur: Svarniara, Kalamatianos, einen einfachen Syrtos, Tsamikos (auch eigene Frauenversionen), Sta Tria und Sta  Dio. Alles sehr schlicht und wuerdig - zurückhaltend getanzt. Bei Svarniara werden oft als Refrain bekannte Kalamatianos - Melodien verwendet; allerdings nur die Melodien !  Der Rhythmus von Svarniara wird aber durchgehend beibehalten, was den Gruppen in Athen zu langweilig war, bzw als "Irrtum" der Musikaufzeichnung angesehen wurde!

Also wurde der einfache Tanz "Svarniara" durch Choreographien u.s.w. (siehe oben). Ein Bild von völlig verfälschtem Karagouna ist im Internet auf Youtube - Sucbegriff "Karagouna" -  in reicher Auswahl vorhanden. So wird z. B. Karagouna als Paartanz aus dem Ipiros bezeichnet !

(Es gibt angeblich  in Kanada einen pontische Ortschaft, in der man den schönen mexikanischen Volkstanz "Raspa" sehr vehement für einen pontischen tanz hält! - Selbstverständlich mit pontischer Instrumentierung) 

 

PENDOZALIS von Zypern:

O -Ton eines sehr angesehenen Tanzlehrers aus Zypern bei einem Tanzkurs in Griechenland:  "Der PENDOZALIS ist ein kretischer Tanz und hat in Zypern absolut nichts verloren. Ein paar zypriotische Kellner aus einem Touristenhotel haben irgendwann den Pendozalis gelernt, ihn in einem Anfall geistiger Umnachtung oder volltrunken nach Zypern gebracht, leicht veraendert und drehen ihn jetzt den Pauschaltouristen als zypriotisch an, weil die Rythmen der meisten zypriotischen Taenze fuer Normalverbracher zu schwierig sind.

Im privaten Gespraech mit dem Autor ergänzte der Tanzlehrer: "Ausserdem ist es ja nett wenn man sieht wie die Titten der Touristinnen  hüpfen !" ("It´s nice to see the jumping tits of the tourist-girls !")

 

CHOREOGRAPHIEN:

Die ueberwiegenende Anzahl der griechischen Volkstaenze hat authentischerweise keinerlei Choreographien, auch wenn derlei bei Vorführungen - auch von griechischen Tanzgruppen - immer wieder gezeigt wird.  Wer die griechischen Gegebenheiten vor Ort kennt, weiss, dass die Annahme absurd ist, eine Dorfgemeinschaft (von z.B. 800 Menschen aller Altersstufen) würde monatelang komplizierte Choreographien lernen und ueben.

Dieser Aufwand wird normalerweise nur von Tanzgruppen getrieben, die mindestens einmal wochentlich trainieren.

Als grobe Faustregel kann angesetzt werden: Eine Choreographie, die mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, um begriffen zu werden, sollte -allerdings mit groesster Vorsicht - hinterfragt werden.

Ausnahmen bestehen, allerdings nur bei Tänzen, die traditionell von vergleichsweise kleinen Grupen durchgefuehrt werden und meist nur von Männern. (Z.B. Fischer, die bei stuermischem Wetter wochenlang warten muessen, bis sie mit den Booten auslaufen koennen, haben viel Zeit um eher Choreographien zu ueben).

Einige Beispiele einfacher, authentischer Choreographien:

Auf den Ionischen Inseln gibt es Taenze, bei denen der normale Tanzkreis von Paaren gebildet wird, die während der Strophe gemeinsam Kalamatianos, beim Refrain hingegen Kalamatianos als Paardrehungen tanzen. (Zagarakia, Vlachopoules, Stithos).

Das erfordert weder besondere Fertigkeiten, noch besonders viel Konzentration.

Eine Reihe von Tänzen besteht aus zwei verschiedenen Schrittfolgen, die einzeln geläufig sind, und bei bestimmten Taenzen abwechselnd(mit der Musikeinteilung Strophe - Refrain) getanzt werden.

z.B.: Kontoula Lemonia, Loulouvikos, Aspri Petra, Dontia Pykna......

oder abwechselnd Kalamatianos & Tsamikos: "O Giannis O Peratinaos", "O Giannos O Marathianos"

 

In manchen Gebieten werden oft gewisse Taenze traditionellerweise an einen anderen Tanz "angehaengt".

Z.B.: Im Ipiros kann "Pogonissios" unmittelbar auf jeden beliebigen Tanz folgen.

 

Hier als Gegensatz einige Tänze mit aufwendigen authentischen Choreographien:

HASSAPIKOS i MAKELLARIOS, SERRA, MASHA, KOULOURIOTIKOS, TSESTOS, einige Waffentaenze aus  Kappadokien und Lykaonien.

 

Und als Beispiel eines Tanzes mit festem Ablauf aber mit improvisierten "Einlagen": PIPPERI

 

SYRTAKI siehe: "Haeufige Fragen zu griechischen Taenzen"

 

 

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